Über soziale Ängste, Selbstzweifel und die ‚bösen 30‘..

Schreibblockade

Ehrlich gesagt hatte ich vor genau diesem Moment Monate Angst und habe ihn immer wieder hinaus gezögert, und mich davor gedrückt. Aber heute ist der erste Tag meiner persönlichen aktiven ‚Angstbewältigung‘ und so sitze ich endlich in einem Café in West Hollywood und fange an zu schreiben..

Heute Mittag habe ich seit langem mal wieder einen Live Chat auf Instagram gemacht, weil es mir um ein wichtiges Thema ging und ich bereits wusste, dass es für die Insta Story wahrscheinlich zu lang werden würde. *Edit es ging weiter im Flugzeug auf dem Weg in meine alte Heimat München..

Ich habe zum ersten Mal öffentlich auf Social Media darüber geredet, dass ich manchmal “Angst” habe, das Haus zu verlassen, mich nicht genug raus traue und es oft bereue, wenn ich die ganze Woche über nur von zu Hause aus arbeite, anstatt mich wie andere Kollegen mal in ein Café zu setzten und von dort meine Emails oder DMs zu beantworten.

Die Dirty 30

Heute werde ich 30.  Die magische, oder für viele wahrscheinlich eher die tragische 3 vor der Null. Normalerweise freue ich mich jedes Jahr auf meinen Geburtstag, wir Löwen haben schließlich zur schönsten Jahreszeit das Licht der Welt erblickt und so bietet sich oft eine gemütliche Gartenparty oder eine laue Sommer-Feier an.

Letztes Jahr fing es an, dass ich meinen Geburtstag nicht wie sonst gross feiern wollte und so kam eine meiner längsten und engsten Freundinnen Julia zu Besuch nach Hamburg und wir waren ganz entspannt mit Dan was essen und haben uns anschliessend Freundschafts-Tattoos stechen lassen, ganz erwachsen eben.

Dieses Jahr habe ich die Planung meines 30. soweit vor mir hergeschoben, bis es irgendwann mehr oder weniger zu spät für eine passende Location und die Einladungen wurde. Zwischendurch hatte ich kurz überlegt mit meinen engsten Freundinnen nach Ibiza oder Griechenland zu fliegen, aber da einige entweder in Klausurenphase oder bereits verplant waren, fiel auch diese Idee ins Wasser. Dann zog ich kurz die Idee einer Gartenparty in Hamburg in Betracht, aber auch dieser Gedanke wurde schnell wieder verworfen, da ich zu spät dran war und unglaublich viele Leute zur gleichen zeit feiern wollten bzw. bereits anderweitig eingeladen waren.

Nachdem ich kurz davor war gar nicht zu feiern und einfach nur mit Dan und meiner Familie was Essen zu gehen, hatte Dan die Idee, das wir auch einfach in unsere alte Heimat München fahren könnten und somit den Leuten entgegen kommen, die am nächsten Tag eine Klausur schreiben müssen oder bereits Urlaub gebucht hatten. Letztendlich habe ich nun super spontan einen Tisch in einem meiner liebsten Restaurants gebucht und werde in kleiner Runde mit meinen engsten Mädels was Essen und ganz locker in die grossen bösen 30 starten. Ein bisschen wie zu meinen Anfangszeiten in München, wo ich einige meiner schönsten Geburtstage mit meiner Mädels Clique im Cavos, L`osteria oder Lilly’s hatte.

Sei nicht so streng mit dir

Der Hauptgrund warum ich mich nicht wie sonst sonderlich auf meinen besonderen Tag freue ist wahrscheinlich, dass ich seit ich 18 bin grosse Pläne hatte, was ich alles erreichen möchte bevor ich 30 bin. Die Löwen unter euch werden meinen Grössenwahn als Ehrgeiz verstehen und wahrscheinlich ähnliche Träume (gehabt) haben.

Unter anderem erinnere ich mich an folgende Ziele:

  • verheiratete sein
  • zwei Kinder haben
  • in einem Haus in Los Angeles leben mit grossem Garten und Pool
  • 1 Mio Euro haben (was auch immer ich damit meinte)
  • mind. 1 Eigentumswohnung besitzen
  • den besten Körper meines Lebens haben (lol)
  • ein Buch geschrieben haben
  • 30 under 30 Forbes
  • Ted Talk halten
  • meine eigene Firma führen
  • etwas eigenes geschaffen haben (Klamotten, Schmuck etc.)
  • zufrieden mit mir und meinem Körper sein
  • glücklich und gesund sein
    usw.

Diejenigen von euch die mir intensiv auf Instagram und Youtube folgen wissen, dass viele Dinge der Liste (noch) nicht eingetroffen sind und das vieles im Leben eben doch anders kommt, als man es plant. Ein paar der Dinge habe ich zwar bereits “erreicht”, “geschafft” und mit Bravur gemeistert, aber die Hälfte ist eben noch offen und somit in meinen Augen nicht bestanden.

Und damit wären wir beim eigentlichen Thema dieses Blogposts. Selbstzweifel, Eigenkritik, Perfektionismus, den extrem hohen und geradezu unrealistischen Anspruch an sich selber, den besonders wir (Aszendent) Jungfrau geborene nur zu gut kennen.

Meinen Perfektionismus und übertrieben Selbstanspruch konnte ich in meinen 20ern zwar weitestgehend ablegen, aber gerade was meine Arbeit und Karriere betrifft, bin ich nach wie vor sehr anspruchsvoll und gerade zu streng mit mir. Ich denke das werden viele von euch kennen. Denn wenn ich ehrlich bin und mir gerade meine Liste noch mal durchlese, merke ich erst, dass ich doch schon mehr als die Hälfte der Sachen abhaken kann und somit wohl doch einiges geschafft habe und mir dafür gar nicht wirklich Zuspruch und Lob gewähre.

Sei stolz auf dich

Vielleicht hat der ein oder andere bereits meine Podcast Folge “Sei stolz auf dich” angehört, während der ich zum ersten mal ausführlich über meinen tiefsten Punkt in meinem bisherigen Leben und meiner damaligen Essstörung rede. Bis heute ist die Folge eine meiner meist gehörten und die emotionalste Episode die ich jemals aufgenommen habe.

Es geht um genau das Thema, sich selber auch mal auf die Schulter zu klopfen und sich selber etwas Anerkennung zu schenken und mal inne zu halten und darüber nachzudenken, was man eigentlich alles bereits geleistet hat und worauf man stolz sein kann. Sei das physische, psychische, oder auch monetäre Leistung. Jeder von uns kann stolz auf sich selber sein. Stolz, das man die Ausbildung trotz nervigen Chefs nicht abgebrochen hat, stolz, das man die letzte Klausur geschafft hat nach dem 3. Versuch und nicht aufgegeben hat, stolz auf die sportliche Leistung, die 2 kg weniger oder mehr auf der Waage, stolz auf den ersten Job, die ersten Tage in einer ehrenamtlichen Einrichtung, stolz, dass man es trotz busy Shedule einmal die Woche zu den Eltern oder besten Freunden schafft, stolz, dass man den eigenen Schweinehund überwunden hat und seinen Crush angesprochen hat, stolz, das man durch monatelange Arbeit eine neue Handwerkskunst erlernt hat, stolz, das man sich getraut hat etwas zu tun, was einen Überwindung kostet usw.

Diese Liste könnte endlos weiter gehen und doch sind wir alle mit uns selber am strengsten. Als ich einer Freundin von mir erzählte, dass ich ein wenig enttäuscht von mir sei und nicht so viel erreicht hätte, wie ich dachte mit 30 musste sie laut lachen und meinte ich hätte wirklich einen Schaden, was sie dann bitte sagen solle. Als sie aufzählte, was ich alles in den letzten 10 Jahren aufgebaut und erreicht hatte war meine erste Reaktion “ja, aber..” und später am Abend als ich noch mal über unser Gespräch nachdachte, konnte ich ihr langsam in ein paar Dingen Recht geben bzw. zustimmen und ich versuchte herauszufinden, warum ich selber glaubte, “nichts” erreicht zu haben.

wen möchtest du beeindrucken

Damit kommen wir auch zum nächsten Thema: Wen möchte ich beeindrucken, überzeugen das ich viel Arbeite und viel mache, wen möchte ich dazu bringen mich zu mögen – und viel wichtiger: Warum eigentlich?

Dazu gibt es ebenfalls eine Podcast Folge ‚Wessen Anerkennung suchst du?‘ die ihr euch gerne noch mal anhören könnt. Dan hat mich irgendwann mal gefragt “who do you want to impress?” und im Nachhinein war meine erste Antwort im Kopf total bescheuert:

“All die Leute, die früher nicht an mich geglaubt haben, die Jungs die mich nicht wollten, die Mädels die schlecht über mich geredet haben, vielleicht auch ein wenig meine Influencer Kollegen, meine sogenannten Hater.. Die Leute, die mir blöde Kommentare schreiben und mich aus irgend einem Grund nicht mögen!?”

Die Frage ist doch viel mehr: Für was? Was bringt mir das? Interessiert es mich wirklich, was meine ehemaligen Schulkameraden 10-20 Jahre später über mich denken, was Typen über die ich jahrelang nicht nachgedacht habe von mir halten?

Komischerweise würde ich nie auf die Idee kommen, meine Freunde, meinen Partner, meine Eltern beeindrucken zu wollen, ganz im Gegenteil, manchmal ist es mir eher unangenehm, wenn meine Mama total stolz auf mich ist und mitbekommt, wie viel Geld ich mittlerweile verdiene oder wie ich meine 2. Eigentumswohnung finanziere.

Im Endeffekt geht es doch nicht um die Anerkennung anderer, sondern vielmehr um die Eigene.

Bin ICH stolz auf mich? Bin ICH zufrieden mit mir und meiner “Leistung”? Oder nehme ich Kommentare, die meine Arbeit angreifen vielleicht nur so persönlich, weil ich gerade selber nicht ganz mit dem zufrieden bin, was ich mache, in was ich meine Zeit und Energie stecke?

Stehe ich mir nicht selber viel mehr im Weg, als die Meinung und Anerkennung fremder Menschen?

Vor Kurzem hatte ich seit langer Zeit wieder häufiger Panikattacken, Schlafstörungen, Alpträume, ich habe Heulkrämpfe und unbegründete emotionale Ausbrüche gehabt. Bin viel sensibler, leichter reizbar und trotz glücklicher Beziehung, super süssem Hund, gesunder Familie nicht zufrieden. Fühle mich überarbeitet und unterfordert zugleich. Bin ausgebrannt, kreativlos, faul, träge und irgendwie leer an manchen Tagen.

Eigentlich ist alles “perfekt” ich bin weitestgehend gesund (bis auf meine ständigen Bauchschmerzen, die mich wohl doch mehr belasten, als ich manchmal zugeben mag), verdiene genug Geld, habe tolle Freunde, eine wunderschöne Wohnung, unendlich viele Besitztümer und Eigentum.

Aber aus irgend einem Grund fehlt mir das Feuer, die Antriebskraft, das grosse Projekt, das “Baby” an dem ich sonst immer gearbeitet habe. Unendlich viele Ideen schwirren in meinem Kopf, manche bereits halb umgesetzt, andere verworfen kurz vor Abschluss und einige zu gross um zu wissen wo ich überhaupt anfangen würde. Edit: Gestern Abend beim Dinner mit Dan kam mir tatsächlich ein kleiner Geistesblitz und ich habe seit langem mal wieder richtig gestrahlt und hatte Feuer in den Augen (meinte Dan) als ich über das Projekt geredet habe. Mehr dazu sobald es spruchreif ist, aber es hat mit Menschen zu tun und das hat mir oft gefehlt in letzter Zeit.

Ergreife selbst die Initiative

In meinem Live Chat ging es um das Thema soziale Ängste, allein sein, sich raus trauen, auch mal alleine was mit sich selber unternehmen, nicht immer auf den Anruf der Anderen zu warten sondern selber mal die Initiative zu ergreifen.

Es ging darum, dass ich manchmal die Leute beneide, bzw. bewundere, die immer unterwegs sind, gerne allein raus gehen, sich kleine Aufgaben geben, die ausserhalb des Eigenheims zu erledigen sind, die nach dem langen Bürotag noch mit Freunden grillen, die Spieleabende veranstalten, die sich Mühe geben..

Daraufhin habe ich unglaublich viele sehr persönliche und ausführliche Nachrichten von euch bekommen. Eine ehemalige Blogger Workshop Seminarteilnehmerin, die meine Handynummer hat, hat mir sogar ein 20 min. Video nachts aufgenommen, weil sie mir so gerne ein paar Dinge als Außenstehende zurückgeben wollte und nun selber Leute coacht.

Während ich Ihre Videonachricht ansah, musste ich weinen, lachen und nachdenklich Notizen aufschreiben, da sie mir so viele Dinge sagte, die ich genau so oder ähnlich selber bereits Freundinnen als Ratschlag gegeben hatte.

Wir Menschen können vieles, aber unsere eigenen Ratschläge beherzigen und zu uns selber verständnisvoll, liebevoll und geduldig sein, gehört in der Regel nicht zu unseren Stärken.

Anderen können wir tolle Ratschläge geben, sind stolz auf sie, hören Ihnen zu, vergeben ihnen Fehler und sprechen ihnen gut zu. Aber wenn es um uns selber geht, sind wir oft unglaublich streng mit uns.

Ein paar der Dinge, die ich mir von euren Nachrichten notiert habe, möchte ich abschliessend gerne mit euch teilen, da wir von anderen in der Regel besser Ratschläge und Tipps annehmen können als von uns selber (Stichpunkt: Dating haha, wer kennt’s nicht).

Fragen zum Thema Selbstliebe und Selbstwert

Folgende Fragen könnten jedem von euch helfen, sich selber zum einen noch besser zu verstehen und zum anderen selber zu lieben und Wert zu schätzen, denn es geht um Selbstliebe und Selbstwert:

Bin ich es wert geliebt zu werden?
Bin ich es wert erfolgreich zu sein?
Bin ich es wert Zeit und ein offenes Ohr zu bekommen?

Will ich von jedem geliebt werden?
Ist es wichtig, von jedem gemocht zu werden?

Habe ich Angst davor unproduktiv zu sein?
Habe ich Angst davor nicht gut genug zu sein?
Habe ich Angst davor irrelevant zu sein?

Diese Fragen könnt ihr natürlich beliebig weiterführen und euch gerne mal selber in Ruhe ehrlich beantworten. Ich persönlich muss tatsächlich feststellen, dass ich gerade die letzten Fragen mit Ja beantworten würde und die ersten mit vielleicht..

Manchmal frage ich mich wirklich, warum gerade ich das Glück und Privileg habe, so ein tolles Leben führen zu dürfen, ich fühle mich schlecht, weil ich das Gefühl habe, die Welt ist nicht gerecht und während ich in Schmaus und Braus lebe, müssen andere verhungern oder können kaum ihre Miete zahlen. Ich denke mir, warum ich? Wieso habe ich dieses Glück und bin ich es überhaupt Wert?

Jedes Schiff braucht seinen Heimathafen

Eine andere Sache, die mich sehr beschäftigt hat, war die Antwort auf die Frage warum ich mich manchmal nicht traue raus zu gehen, warum ich manchmal lieber “faul” zu Hause bleibe als ständig unterwegs und unter Leuten zu sein.

Einige von euch meinten, man muss nicht immer auf Achse und unterwegs sein, immer neue Leute kennen lernen und ständig den eigenen Schweinehund überwinden. Manchmal muss die Batterie auch einfach aufgeladen werden, das Handy am Ladekabel zu Hause bleiben, jeder bräuchte Zeit seine Batterien auch wieder aufzuladen.

Eine andere meinte, es hieße nicht umsonst “Heimat” (das Wort gibt es im Englischen so übrigens nicht, was ich persönlich schon oft mit Freunden besprochen habe und unglaublich spannend finde, da wir Deutschen in der Regel ja doch etwas sesshafter sind als z.B. die Amerikaner oder Australier, die ständig umziehen, ohne Probleme nur mit ihren Koffern in bereits möblierte Wohnungen umziehen und ohne Frage von einer Seite des Landes zur anderen ziehen würden, während wir Deutschen uns oft für eine Stadt entscheiden und erst dann nach einem passenden Job suchen).

Jedes Schiff braucht einen Heimathafen und kommt nach langen Fahrten und Ausflügen immer wieder in den Hafen zurück zum auftanken, ruhen und be- und entladen.

Man zieht an, was man ausstrahlt

Den letzten Punkt den ich heute in diesem Zusammenhang ansprechen möchte, bevor ich euch von diesem kleinen Roman befreie (wer wirklich bis hier gelesen hat, bekommt ganz viel Liebe und Anerkennung ;)) ist folgender Punkt:

Man zieht an, was man ausstrahlt. Wir kennen mittlerweile wahrscheinlich alle das Konzept der Anziehungskraft, “the law of attraction”, das Buch “The Secret” und alle die diesen Beitrag lesen wahrscheinlich auch meine Ehfar Theorie..

Worüber ich aber nie wirklich nachgedacht habe ist, das dies auch unser privates Umfeld betrifft. Unsere Freunde, die Leute die sich melden, oder es eben sein lassen. Weil sie vielleicht denken, man wäre eh “zu busy”, hätte “besseres” zu tun oder zu viel Arbeit. Warum sollten mich meine Freunde anrufen und fragen ob ich mit Grillen kommen will, wenn ich zu 90% (sogar öffentlich) darüber rede, wie viel ich noch zu tun habe, wie ich nicht hinter her komme mit der ganzen Arbeit und noch so viel zu erledigen sei.

Anstatt mich ausgeschlossen und ungeliebt zu fühlen, sollten wir alle einmal öfter selber das Telefon in die Hand nehmen, uns selber “einladen”, selber mal die beste Freundin oder den besten Freund fragen, was sie am Wochenende vorhaben. Anstatt immer darauf zu waren von anderen eingeladen zu werden, sollten wir Eigeninitiative ergreifen und es selber mal riskieren..

Jede Beziehung ist Arbeit, vor allem die mit uns selber

So wie wir unserem Partner oder unsere Familie sagen, dass wir sie lieben, sollten wir dies auch uns selber gegenüber tun. Verständnis haben, wenn mal nicht alles beim ersten Mal klappt, liebevoll zuhören, wenn es Kummer gibt und motivierend beiseite stehen, wenn wir eine Idee verfolgen, die nicht sofort umsetzbar scheint.

Verabrede dich mit dir selber, lad dich auf einen Tee, einen Kaffee, ein Buch oder auch einen Brief ein und höre dir selber zu. Schreib deine Gedanken auf, überlege, was du einer Freundin raten würdest, wenn diese Geschichte nicht von dir selber käme oder ruf sie an und frag um ihre Hilfe und ihren Rat.

Das Kind in dir muss Heimat finden

Abschließend möchte ich euch noch einen Buchtipp geben zu genau diesen Themen. Von euch an mich und wieder zurück: Das Kind in dir muss Heimat finden

Ich habe gerade erst angefangen, es als Hörbuch zu hören, aber bin jetzt schon begeistert, wie verständlich es in die Tiefe unserer Psyche geht und mich persönlich anspricht und berührt. Ihr könnt es natürlich auch ganz normal als Buch lesen, ich persönlich komme einfach eher dazu Bücher zu hören, als zu lesen in letzter Zeit. Das Buch wurde mir in diesem Zusammenhang mit Abstand am häufigsten von euch empfohlen.

Das zweite Buch, das viele von euch erwähnt haben ist der Klassiker “Das Café am Rande der Welt” von John Strelecky was ich lustiger weise selber noch gar nicht gelesen habe, da ich es immer mit seinem anderen Buch “The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben” verwechselst habe, was wirklich eins meiner absoluten Lieblingsbücher ist. Wenn ihr wie ich lieber Hörbücher hört, funktioniert mein 1 Monat kostenlos Bookbeat testen Code luisalion auch noch bis Ende des Jahres, falls ihr das mal testen wollt (unbezahlte ‚Werbung‘).

So kurz vor einem runden Geburtstag ist es wahrscheinlich ganz normal, alles zu hinterfragen, sich selber zu kritisieren, sich Gedanken zu machen, wo man im Leben steht und was die nächsten Schritte sind. Ich möchte euch mit diesem Beitrag zeigen, dass ihr nicht alleine seid. Das wir alle diese Phasen und Gedanken im Leben haben, Selbstzweifel hegen und nicht immer mit uns zufrieden sind.

Eine Sache die mich seit dem Live Chat nicht mehr loslässt ist das Thema Coaching, der Austausch mit echten realen Menschen, der Gedanke an Workshops, an 1:1 Gesprächen, das Gefühl wirklich etwas zu bewegen, tiefgründig Mehrwert zu liefern und meinem Leben wieder etwas mehr “Purpose” zu schenken. Ich weis nicht was ich daraus machen werde, aber ich bin immer dankbar für eure Ideen, Einschätzungen und Meinungen. Manchmal kann man jemand “fremden” besser einschätzen und beraten als sich selber 🙂 In diesem Sinne – lasst mich wissen was ihr denkt, was ihr hinzufügen möchtet, welche Bücher euch in solchen Phasen helfen.. Die (Kommentar-) Bühne ist eure.

Vielen Dank für euer Vertrauen, eure Zeit und euren Zuspruch, manchmal muss man das einfach von wem anderes höheren, wenn man es gerade selber nicht kann..

14 comments
  1. Bea

    Liebe Luisa,

    sehr schöner Blogpost – ich fühle jede Zeile mit dir mit! 🙂

    Auch ich werde in diesem Jahr 30 und kann es eigentlich noch gar nicht so richtig glauben, dass die große „3“ am Ende doch so schnell da war. Wie du schon geschrieben hast, ist es wohl absolut normal in diesem Alter nochmal alles zu hinterfragen, kritisch mit sich selbst zu sein und gleichzeitig stolz auf das zu sein, was man bereits im Leben erreicht hat. Gerade letzteres sollten wir uns immer wieder vor Augen halten, statt immer nur zu zweifeln und zu kritisieren. Andererseits ist es gut, dass man so selbstreflektiert auf die eigenen Handlungen, auf das eigene Leben blicken kann. Wie bei allem im Leben zählt am Ende vermutlich die „Balance“.

    Und auch wenn unsere Generation die 30 nun bald oder schon erreicht hat, müssen wir uns nicht verstecken. Denn alt ist man erst, wenn man aufhört zu träumen. Und davon sind wir beide wohl ziemlich weit entfernt!

    Happy Birthday und weiterhin alles Liebe für dich,

    Bea

    • Anna

      Liebe Luisa,
      Danke für die ehrlichen Worte!
      Mein Buchtipp zum Thema wäre Self-Compassion von Kristin Neff, eine Psychologin die das Thema wissenschaftlich fundiert aufarbeitet und tolle Tips und Übungen vorschlägt.
      Alles Gute zum Geburtstag!
      Anna

    • Style Roulette

      Liebe Bea, du hast vollkommen Recht und ich fühle mich nicht anders, vielleicht ein wenig gelassener, denn mit 30 darf man manche Sachen auch einfach mal mit einem Zwinkern betrachten und nicht so ernst nehmen 🙂

  2. Olga

    Ähm das sind 13 aufgezählte Punkte und du hast mehr als die Hälfte geschafft? ….Mathe ist nicht deine Stärke oder?

    • Alexandra

      Liebe Olga,
      bei den Zielen steht am Ende „usw.“ , demnach wissen wir nicht welche Ziele da noch waren und welche wirklich alle erreicht wurden.

      • Olga

        Liebe Alexandra ,
        Bei manchen Zielen ist es offensichtlich das sie nicht erreicht wurden..Hochzeit,Kinder,Ted Talk,Buch ,Forbes( seriously? Lol) etc etc und man kann wohl davon ausgehen daß es die wichtigsten Ziele waren. Also stimmt die Mathematik einfach nicht.
        Aber Fangirls die gleich ungefragt antworten müssen gibt es ja scheinbar immernoch ..

        • Style Roulette

          Liebe Olga,

          da kann ich dir leider nicht zustimmen. Das Ziel 2 Kinder vor 30 zu haben hatte ich mit 14 und seitdem hat sich einiges getan. Seit ich Anfang 20 bin habe ich nie mit Kindern vor 31-33 gerechnet, das hätte ich vielleicht dazu sagen sollen 😉
          Buch habe ich eins veröffenticht mit Julia zusammen, gibt es immer noch überall zu kaufen, aber mein eigenes ist noch nicht erschienen, das ist richtig. Weil ich nicht das Gefühl habe an dem Punkt zu sein, wo es sich richtig anfühlt es los zu lassen und frei in die Welt 🙂
          Ted Talk habe ich nicht gemacht, Forbes habe ich seit ich weiß, dass man sich das einfach kaufen kann auch nicht so ein Interesse mehr wie noch mit Anfang 20.
          Die Liste war extra überspitzt geschrieben um zu zeigen, wie bescheuert manche Ziele sind. Im Endeffekt geht es doch um Dinge wie Freundschaften, Partner (wenn man denn möchte) und gesund zu sein und nicht aufzugeben und immer wieder neu zu evaluieren, wie sich Ziele und vor allem Ideale im Leben ändern.
          Ich wünsche dir alles Gute,
          LG

  3. Valentina

    Liebe Olga,

    Hier geht es nicht um reine Mathematik. Den Sinn dieses Artikels ist nicht schwer zu begreifen, wenn man genau liest! Versuch es noch mal!

    Liebe Grüße,
    Valentina

    • Olga

      Liiiiebe Valentina,
      Den Sinn des Artikels habe ich verstanden auch wenn er wie immer wir,voller Fehler und Werbung ist 😉
      Deswegen ist es doch so das mehr Ziele nicht erreicht als erreicht wurden. That’s all I am saying . Bye.

  4. Cori

    Hallo liebe Luisa

    Ich bin seit Jahren, bereits vor Shopping Queen, eine stille Mitleserin deines Blogs und deines Instagram-Feed. Deine fröhliche Art, deine Leichtigkeit und alles hat mich immer so fasziniert und fand dies bewundernswert, weil du einfach anders warst als die 100 anderen Mädels auf Instagram, die so gerne als Influencer ihr Geld verdienen wollten. Doch seit ungefähr 1-2 Jahren ist dieses Feuer, diese Leichtigkeit, diese Unbeschwertheit, welche du hattest, leider verschwunden. Ich habe mir oft überlegt, woran dies liegen könnte, was passiert ist…und habe bei mir selber gemerkt, dass es bei mir nicht anders wurde in den letzten Jahren. Je älter man wird (25+) lastet ein Druck auf einem, der von der Gesellschaft aus kommt und dem wir gerecht werden möchten. Du solltest als Frau eine gute Ausbildung haben, gut verdienen und auf eigenen Beinen stehen, den ganzen Haushalt machen und dazu noch top aussehen doch der Tag hat nicht 48 Stunden. Obwohl sich das Weltbild geändert hat, ist es doch irgendwie noch da, im Unterbewusstsein bei uns, bei unserer Familie und bei den Mitmenschen und wenn wir es uns nicht eingestehen wollen, sind wir für den Druck verantwortlich den wir haben.
    Und ich glaube du machst dir diesen Druck genau auch selber, du fängst so viele Projekte an die nie fertig werden oder nicht so erfolgreich wie erhofft und fällst dann wieder in ein Loch…und es braucht extrem viel Kraft zu da wieder rauszukommen. Du hast deinen Traummann gefunden und doch ist nicht alles so traumhaft perfekt, wie man es sich vorgestellt hat…du bist nach Hamburg gezogen und es hätte alles besser werden sollen und doch bist du nicht so glücklich wie du es erträumt hast…aber DAS IST DAS LEBEN!
    Es ist nicht immer alles schön, rosig und pink…es wird nie alles in deinem Leben so funktionieren wie du möchtest und du wirst nie alles erreichen was du dir vorgenommen hast, weil sonst wäre es langweilig und man braucht etwas für das was man jeden Tag aufsteht und man erreichen möchte.
    Ich glaube du kannst stolz sein auf das was du erreicht hast und du musst nicht wie alle anderen Influencer sein, weil jeder Mensch ist anders und vielleicht bist du einfach nicht gemacht dafür, ein eigenes Business zu führen, Coachings zu geben oder eine Modelinie rauszubringen..vielleicht solltest du einfach das machen was du immer gemacht hast, die Leute auf deiner Reise mitnehmen, ihnen dein Leben zeigen und ihnen Mut geben, dass nicht immer alles perfekt läuft, dass es auch in der wunderschönenen Instagram-Welt Probleme gibt und dass man auch manchmal schlechte Tage hat – weil alles andere stimmt einach nicht & macht einen auf Dauer kaputt.
    Man sieht in dieser Welt nur die Dinge, die die Leute einem zeigen möchte & nicht, dass hinter der Firma die jemand aufgebaut hat noch 5 andere Leute stehen die vieles erledigen, dass die Personen die andere Leute coachen, selber in Coachings gehen und das Wissen nur weiter geben, da sie das nie gelernt haben…

    Ich hoffe, dass du wieder mehr zu dir findest, dir Zeit für dich nimmst und halt auch mal einen Tag nichts postest, keine Stories machst und einfach die Zeit mit deiner Familie geniesst und dich dafür am nächsten Tag wieder voll motiviert aufraffst, dich anziehst und produktiv bist. Weil das Leben was du momentan zeigst, ist leider nicht gesund und deine Bauchschmerzen (oder Darmschmerzen?), deine Müdigkeit und deine Mangelerscheinungen werden ansonsten nicht weggehen. Der Körper braucht einen geregelten Tagesablauf, Schlaf in der Nacht und einen Anstupps am Morgen zum in die Gänge zu kommen, er braucht frische Luft, die Sonne und natürlich auch die sozialen Kontakte..und dies sollte auch für dich möglich sein, es gibt genügend Menschen auf dieser Welt die es auch schaffen und daneben noch 100% arbeiten und eine Familie versorgen 😉

    Hör auf zu versuchen pefekt zu sein – sei einfach du selbst & mach das auf was du Lust hast!

    • Style Roulette

      Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort und Einschätzung und deine lieben persönlichen Worte ich gebe dir komplett Recht. Wir machen uns alle unglaublichen Druck – teilweise vielleicht zu Recht, aber größtenteils total unberechtigt. Ich bin dabei gerade wieder mehr Aufgaben abzugeben, sodass ich wieder mehr Zeit und Energie in persönlichen, motivierenden und schönen Content zu stecken, sodass ich euch wieder mehr mitnehmen kann und zu meiner alten Flamme kommen kann. Mit der Routine, Schlaf, geregelten Uhrzeiten ist es soo tief in mir verankert, dass ich da gerade echt mit zu kampfen habe aber das ist mein Ziel für die nächsten Wochen langsam wieder früher ins Bett, weniger am Handy, mehr in der realen Welt 🙂

  5. Marie

    Liebe Luisa,

    ich kann dich soo gut verstehen! Ich bin auch dieses Jahr 30 geworden und hatte erst so
    ‚Angst‘ davor und hab mich so gestresst und mir alte Tagebücher von früher aus der teeny Zeit durchgelesen, aber ganz ehrlich: Mit 15 denkt man einfach auch noch ganz anders als mit 30. Hatte lustigerweise ein paar ähnliche Ziele bezüglich Wohnung, Luxusauto usw. und dann merkt man, wie bescheuert das teilweise ist.

    Dafür heirate ich ebenfalls wie du nächstes Jahr und das ist doch auch was wunderbares, das man in seinen 30ern noch ein paar richtige Meilensteine auf sich warten hat 🙂

    Liebe Grüße aus München
    und danke für deine Bücher Tipps ich habe damals The Secret wegen dir gelesen

  6. Liebe Luisa,

    danke für deinen ausführlichen, sehr persönlichen Blog.
    Selbstreflexion und ein wenig Tempo rausnehmen ist immer wieder gut von Zeit zu Zeit. Auch entwickelt man sich ja weiter (hoffentlich) und schon von daher ist es wichtig immer wieder über Status quo, aber auch Ziele nachzudenken.
    Alles Lieb auf deinem weiteren Weg
    Barbara
    https://vanessa-and-me.com



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